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April
2026
Nadia erzählt von ihrer Arbeit als Hebamme im Geburtshaus am Mülibach

Ein Tag im Wochenbett im Geburtshaus im Berner Oberland

Wie erleben Hebammen den Alltag im Wochenbett im Geburtshaus? Nadia Santschi berichtet aus erster Hand über ihre Arbeit und die besondere Zeit nach der Geburt im Geburtshaus am Mülibach.

Ein Tag – oder eine Nacht – im Wochenbett im Geburtshaus am Mülibach ist selten ganz planbar. Und genau das macht diese Arbeit für uns Hebammen so besonders.

Ich bin Nadia Santschi, Hebamme im Geburtshaus am Mülibach und im Team von Baby im Bauch in Steffisburg. Meine Aufgabe im stationären Wochenbett ist es, Familien in den ersten Tagen nach der Geburt zu begleiten.

Jede Familie bringt ihre eigene Geschichte, ihre eigenen Fragen und ihre ganz persönliche Stimmung mit. Jede neue Geburt bringt nicht nur für die Familien neue Erfahrungen, sondern auch für uns Hebammen ist jede Begleitung im Wochenbett wieder etwas anderes. Ob in der ersten Zeit im Beruf nach der Hebammenausbildung oder viele Jahre später: in dieser intensiven Anfangszeit für Familien da sein zu dürfen, ist für mich immer wieder etwas sehr Wertvolles.

Gerade im Geburtshaus ist das Wochenbett eine ganz besondere Zeit: Das Geburtshaus am Mülibach bietet einen geschützten Raum, in dem Eltern ankommen dürfen, Tag für Tag und Nacht für Nacht ihr Baby kennenlernen und Schritt für Schritt in ihre neue Rolle hineinwachsen. Wir Hebammen sind dabei nah, aber nicht aufdringlich – unterstützend, stärkend und immer dann da, wenn wir gebraucht werden.

Ich mag besonders die ruhigen Momente. Wenn Eltern und ihr Neugeborenes sich langsam finden. Wenn aus anfänglicher Unsicherheit mehr Vertrauen wächst. Oft sind es die kleinen Augenblicke, die bleiben: ein erleichtertes Aufatmen nach dem Stillen, ein zufriedenes Einschlafen oder einfach dieser eine Moment, in dem plötzlich Ruhe einkehrt.

Natürlich gibt es auch herausfordernde Seiten. Wenig Schlaf (für alle Beteiligten ausser dem Neugeborenen), viele noch unbekannte Fragen und manchmal auch Emotionen, die Raum brauchen. Gerade in der Nacht fühlt sich vieles intensiver an. Umso wichtiger ist es dann, als betreuende Hebamme einfach da zu sein – ruhig, präsent und unterstützend. Manchmal beratend, erklärend und manchmal ohne Worte – jede Situation erfordert ihre eigene Herangehensweise.

Und ja – kaum denkt man, jetzt wird es still, meldet sich meistens genau dann jemand ganz wach «zu Wort» 😉.

So ist kein Dienst wie der andere. Kein Tag wiederholt sich und kaum eine Nacht bleibt ganz ruhig. Und genau darin liegt die Schönheit unseres Berufs als Hebammen und in dieser Aufgabe in der Wochenbettbetreuung – trotz viel Unplanbarem und viel Unsicherheit können wir im Geburtshaus am Mülibach die Familien qualitativ und mit viel Erfahrung und Leidenschaft in ihr neues Lebenskapitel begleiten.

Am Ende bleibt oft Müdigkeit – aber auch ein tiefes, gutes Gefühl. Familien in ihrem Start ins Leben begleiten zu dürfen, ist etwas ganz Besonderes. Ich möchte allen Familien danken, welche uns ihr Vertrauen schenken und diese wertvolle Zeit im Wochenbett mit uns verbringen.

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